Mehrere Windkraftanlagen in grüner Hügellandschaft – Symbol für die Arbeit eines Projektentwicklers Windenergie

Wenn über Energiewende gesprochen wird, denken viele an Windräder, Stromtrassen oder politische Entscheidungen. Doch selten geht es um die Menschen, die all das ermöglichen. Dabei beginnt jedes grüne Projekt mit einer Idee – und jemandem, der sie Wirklichkeit werden lässt.

Sie stehen nicht im Rampenlicht, doch ohne sie gäbe es keine Windparks, keine genehmigten Standorte und keine nachhaltige Stromerzeugung. Der Weg von der freien Fläche zur Stromquelle ist lang. Und mittendrin: Menschen, die planen, verhandeln, koordinieren und vorausdenken. Genau hier beginnt der Job, der nicht nur Zukunft gestaltet, sondern echte Wirkung hat.


Was steckt hinter diesem Beruf – und warum ist er so wichtig?

Die Energiewende passiert nicht von allein. Sie braucht technische Lösungen, politische Rückendeckung – und Menschen, die Projekte initiieren, planen und umsetzen. Sie sind die Schnittstelle zwischen Ingenieur:innen, Gemeinden, Gutachter:innen, Grundstückseigentümer:innen und Behörden. Und sie wissen: Keine Windkraftanlage entsteht ohne Rückhalt in der Region und ein tiefes Verständnis für technische, rechtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge.

Diese Rolle verlangt viel – und sie gibt auch viel zurück. Wer hier arbeitet, kann tatsächlich sagen: Ich arbeite an etwas, das zählt.

Welche Aufgaben bestimmen den Alltag?

Der Beruf ist vielseitig, oft komplex und erfordert einen klaren Kopf. Die Tätigkeiten reichen vom Standortscouting über die Abstimmung mit Behörden bis hin zur Begleitung von Bau und Inbetriebnahme. Besonders wichtig: die Kommunikation mit allen Beteiligten. Wer Menschen überzeugen, Fakten präsentieren und langfristige Perspektiven aufzeigen kann, hat hier einen klaren Vorteil.

Hinzu kommt: Kein Projekt gleicht dem anderen. Je nach Region, Genehmigungslage oder Windverhältnissen ändern sich die Rahmenbedingungen. Routine ist selten – Flexibilität hingegen gefragt.

Frau mit Helm und Warnweste steht vor Windkraftanlage – Projektentwicklerin Windenergie im Außeneinsatz

Was bringt jemand mit, der in diesem Bereich arbeiten will?

Ein klassischer Studiengang für diesen Beruf existiert kaum. Gefragt sind Generalist:innen mit Interesse an Technik, Umwelt und Projektarbeit. Wer aus dem Bereich Geografie, Umweltplanung, Bauingenieurwesen oder Wirtschaft kommt, bringt gute Voraussetzungen mit. Aber auch Quereinsteiger:innen können Fuß fassen – besonders dann, wenn sie über Organisationstalent, Verhandlungsgeschick und Teamfähigkeit verfügen.

Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – und die Fähigkeit, Projekte über Monate oder Jahre hinweg konsequent voranzutreiben.

Welche Perspektiven und Chancen bietet der Beruf?

Wer heute in diesem Feld startet, entscheidet sich für eine Branche mit Zukunft. Nicht nur wegen der politischen Rahmenbedingungen, sondern auch wegen des steigenden Strombedarfs, der nur mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Das Berufsbild bietet Entwicklungsmöglichkeiten, Sinn, Abwechslung und Stabilität – ein seltenes Paket.

Zudem ist der Bedarf an motivierten Fachkräften hoch. Die Branche wächst, Projekte werden komplexer, und die Anforderungen an Kommunikation und Organisation steigen. Wer sich hier etabliert, hat langfristig gute Karten – und die Chance, direkt zur Klimawende beizutragen.

Wie gelingt der Einstieg?

Ein direkter Einstieg gelingt über Praktika, Traineeprogramme oder spezialisierte Unternehmen, die Projektarbeit rund um Windkraft anbieten. Viele Positionen werden auch in kleineren, regionalen Firmen besetzt, die lokale Projekte umsetzen und auf langfristige Beziehungen setzen. Der klassische Weg über ein Großunternehmen ist also nicht zwingend erforderlich.

Wer sich für diese Karriere interessiert, sollte sich aktiv vernetzen, Messen besuchen oder mit Initiativen in Kontakt treten, die sich für Erneuerbare Energien engagieren. Der Einstieg beginnt mit Interesse – und oft mit einem Gespräch zur richtigen Zeit.

Weitere Informationen rund um das Berufsbild bietet https://laneway.de/projektentwickler-windenergie/ – eine hilfreiche Ressource für alle, die sich für den Weg als Projektentwickler Windenergie interessieren.

Projektentwicklerin Windenergie prüft Daten auf Laptop vor Windrädern – technische Planung bei Dämmerung

Interview „Man muss Menschen mögen – und Wind verstehen.“

Kurzprofil

Lena Rohner
Alter: 34
Ausbildung: Master in Umweltplanung
Beruf: Projektentwicklerin Windenergie
Berufserfahrung: 7 Jahre
Wohnort: Schleswig-Holstein

Frage: Frau Rohner, Sie arbeiten in einem Bereich, der oft unsichtbar bleibt. Wie würden Sie Ihren Job beschreiben?
Lena Rohner: Ich bin sozusagen die erste, die auftaucht – und die letzte, die geht. Ich suche geeignete Standorte, spreche mit Gemeinden und Grundstückseigentümer:innen, kümmere mich um Genehmigungen und begleite das Projekt bis zur Inbetriebnahme. Viel Abstimmung, viele Gespräche, viele Excel-Tabellen.

Frage: Was ist das Herausforderndste an Ihrem Alltag?
Lena Rohner: Dass jedes Projekt komplett anders ist. Es gibt nie einen Standardablauf. Mal ist das Gelände kompliziert, mal gibt’s Widerstand im Ort, mal ändern sich rechtliche Vorgaben. Man braucht Geduld – und den Willen, trotzdem dranzubleiben.

Frage: Was motiviert Sie persönlich?
Lena Rohner: Ich sehe, dass wir wirklich etwas verändern. Ich fahre manchmal mit meinen Kindern an einem Windpark vorbei und denke: Hier war vorher nur Wiese. Jetzt wird hier sauberer Strom erzeugt – für Tausende Haushalte. Das ist schon stark.

Frage: Für wen eignet sich dieser Beruf?
Lena Rohner: Für Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, sich gut organisieren können und Spaß an Kommunikation haben. Man ist ständig im Austausch – mit Behörden, mit Bürger:innen, mit dem eigenen Team. Wer das kann und dabei nicht den Überblick verliert, ist hier richtig.

Frage: Und Ihr persönlicher Tipp für den Einstieg?
Lena Rohner: Einfach mit Leuten sprechen, die schon in der Branche arbeiten. Praktika, Netzwerken, mutig sein. Viele Wege führen in diesen Beruf – man muss nicht perfekt starten, aber man sollte Lust auf echten Fortschritt haben.

Ein Job mit Rückenwind

Die Transformation des Energiesystems ist ein Generationenprojekt. Und sie braucht Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – für Planung, für Abstimmung, für Fortschritt. Genau deshalb ist dieser Beruf so relevant.

Denn Projektentwickler Windenergie sorgen dafür, dass aus Ideen Anlagen werden. Sie geben grüner Energie ein Zuhause, verknüpfen Fachwissen mit Fingerspitzengefühl und bringen das große Ganze voran. Nicht laut, aber konsequent. Nicht schnell, aber nachhaltig. Und immer mit dem Blick aufs Ziel: eine Energieversorgung, die Zukunft hat.

Bildnachweis: Adobe Stock/ Anselm, Caterina Trimarchi, YURIMA